Von der Planke bis zur Puppenbühne – Theatertage 2026
26.02.2026 | LeibigerAm Montag, den 26.01.2026 und Dienstag, den 27.01.2026 verwandelte sich das Sportgymnasium wieder für zwei Tage in einen lebendigen Theaterraum, der unseren Sportlerinnen und Sportlern nicht nur spannende Inszenierungen, sondern auch vielfältige Möglichkeiten bot, selbst aktiv zu werden, Neues auszuprobieren und Theater hautnah zu erleben.
Den Auftakt am Montag gestaltete die White Horse Theatre Company, repräsentiert durch vier Schauspielerinnen und Schauspieler aus Irland, Nordwales, Südengland und London, mit zwei englischsprachigen Inszenierungen für unterschiedliche Jahrgangsstufen. Am Morgen hieß es: Leinen los! In „The Tiger of the Seas“ entführten die Piraten Black Nick Sharkmuk und Hardboiled Harry nicht nur Robin, sondern auch die Klassen 5 und 6 auf eine abenteuerliche Reise. Es wurde deutlich, was es heißt, ein echter Pirat zu sein – inklusive Mutproben, Piratenregeln und einer ordentlichen Portion Humor. Herr Sikora konnte dabei der Planke der raublustigen Piraten nur knapp entgehen und musste dafür seine Trendsicherheit unter Beweis stellen. Am Ende stand jedoch eine wichtige Erkenntnis: Abenteuer brauchen nicht zwingend Piraten und manchmal ist es doch besser, einfach nett zueinander zu sein. Für die Klassen 7 bis 10 wurde anschließend das Stück „Sticks and Stones“ dargeboten, welches sich mehrperspektivisch mit dem Thema Mobbing auseinandersetzte. Dabei wurden eindrücklich auch dessen weitreichende Auswirkungen betrachtet, was viele Zuschauende nachdenklich stimmte. Verdeutlicht wurde zudem, wie wichtig es ist, Haltung zu zeigen. Gerade am Sportgymnasium wissen viele aus Training und Wettkampf, wie entscheidend Teamplay, Fairness und gegenseitiger Respekt für Erfolg und Zusammenhalt sind. Diese Haltung wurde beim gemeinsamen Abschluss besonders sichtbar, als viele Schülerinnen und Schüler geschlossen ein starkes und klares Statement gegen Mobbing setzten.

Am Dienstag wurde unter Anleitung von Profis vom Staatsschauspiel Dresden und vom tjg Theaterluft geschnuppert. Ausgewählte Klassen durften an Workshops teilnehmen, die von Theaterpädagoginnen und -pädagogen dieser wichtigen Theaterinstitutionen der Stadt angeboten wurden. Der Workshop mit Janny Fuchs vom Staatsschauspiel zum kreativen Schreiben begann, so wie man es auch aus dem Sport kennt, mit einem mentalen Warm-up. Darauf aufbauend folgten unterschiedliche Übungen, die Kreativität anregten und halfen, in einen Schreibflow zu kommen. Am Ende wurden unter anderem fantasievolle Heldengeschichten geschrieben, und viele der erprobten Strategien erwiesen sich als durchaus hilfreich, um Schreibblockaden entgegenzuwirken. Nicole Dietz und Ida Schreiber (Staatsschauspiel Dresden) widmeten sich dem Sprechen auf der Bühne. Mit abwechslungsreichen Übungen wurden nicht nur Stimme und Präsenz trainiert, sondern auch dem Lampenfieber der Kampf angesagt – eine wertvolle Erfahrung z.B. für zukünftige Vorträge. Improvisation, Spontanität und vor allem Spaß standen im Workshop von Caspar Bankerts (tjg) im Vordergrund. In verschiedenen Rollen-, Reaktions- und Gesprächsspielen schlüpften die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler nicht nur in neue Figuren, sondern übten sich auch darin, Gegenstände zu verkörpern. Die spielerische Herangehensweise an das szenische Spiel regte die Fantasie an und trainierte die Flexibilität in Reaktion und Ausdruck. Neu und besonders spannend war in diesem Jahr der Workshop von Jago Schlingensiepen, Puppenspieler am Theater Junge Generation, der Einblicke in das Objekt- und Puppentheater bot. Dabei wurde deutlich, wie wichtig der „Boden“, Ausdauer und Körperbewusstsein im Puppenspiel sind. Staunen löste vor allem die Erkenntnis aus, wie flexibel der eigene Arm sein kann und welche Wirkung selbst kleine Bewegungen entfalten. Ergänzt wurden die Workshops durch Infostände, an denen man sich über kommende Aufführungen informieren, Buttons gestalten oder sich an der Tattoo-Station kreativ ausleben konnte.
Auch in diesem Jahr zeigten die Theatertage wieder eindrucksvoll, wie vielfältig, unterhaltsam, nachdenklich, spielerisch, ernst und aktiv Theater sein kann. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Mitwirkenden, die neue Einblicke ermöglichten und auch eine Bühne für Fragen und Antworten boten.
Text: Luise Scheiling
Fotos: Susann Weber & Andreea Erli