La course contre l’oubli – Sportgymnasiasten laufen gegen das Vergessen
07.05.2026 | LeibigerAn diesem Mittwoch (6.5.2026) wurde den Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 9 eine besondere Ehre zuteil: Sie durften beim Course contre l’oubli (Der Lauf gegen das Vergessen) ein Stück lebendige Erinnerungskultur mitgestalten.
Seit dem 13. April hat sich Justine Decourselle, französische Langstreckenläuferin und von Beruf Krankenschwester, auf eine bedeutsame Reise begeben: In 33 Marathons führt ihr Weg über rund 1500 Kilometer vom ehemaligen Sammellager Paris-Drancy bis nach Auschwitz. Ihr Lauf ist dem Transport Nr. 71 gewidmet, der am 13. April 1944 1500 französische Jüdinnen und Juden von Drancy nach Auschwitz deportierte. Von ihnen überlebten nur etwa 100 Frauen und 50 Männer. Dieses historische Ereignis bildet den bewegenden Ausgangspunkt ihrer Initiative, mit der sie an die Opfer der Shoa erinnert und zugleich für das Gedenken an den Holocaust sensibilisiert.

Auf ihrem Weg sucht die junge Französin bewusst den Austausch mit Vertretern aus Zivilgesellschaft und Politik. So fand am Mittwochmorgen im Institut français eine Podiumsdiskussion statt, an der neben der Läuferin und ihrem Begleiter Jérémy Elie auch der Sportbürgermeister Jan Donhauser, Dorthe Beemelmans (Beauftragte für Angelegenheiten der Kirchen und Religionsgemeinschaften im Sächsischen Staatsministerium für Kultus), die Institutsdirektorin Violaine Varin sowie Schülerinnen und Schüler unserer 9. Klassen teilnahmen.
Im Anschluss überreichte Bodhi Josiger (Kl. 9/3) stellvertretend für unsere Schule Justine Decourselle selbst gestaltete Erinnerungssteine mit den Namen deportierter Dresdner Juden. Diese wird sie entlang ihrer Route an ausgewählten Orten niederlegen, um symbolisch an die Opfer des Holocausts zu erinnern.
Den Abschluss dieses prägenden Vormittags bildete die gemeinsame sportliche Geste. Unsere Schülerschaft begleitete Justine auf den ersten zwei Kilometern ihrer Tagesetappe. Damit setzt das Sportgymnasium ein eindrucksvolles Zeichen dafür, dass auch der Sport eine kraftvolle Plattform des Erinnerns und Gedenkens sein kann.
Text: P. Haustein
Fotos: R. Zimmermann & A. Erli